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Naturkatastrophen

1844

Der 28. Januar ist ein schwarzer Tag für Amden. Gleich zwei Lawinen donnern über den Ort hinweg und richten verheerenden Schaden an. Mittags um 12 Uhr wälzt sich eine Staublawine am Hinterberg über Schwendi hinunter. Eine junge Frau stirbt, von einem Balken zerdrückt, zwei Scheunen werden zerstört. Um 21 Uhr abends läuten die Sturmglocken erneut, denn vom gleichen Hang löst sich eine weitere, noch grössere Lawine. Vier Menschen und 25 Tiere kommen ums Leben, zwei Häuser, sieben Scheunen und eine Mühle sind dem Erdboden gleichgemacht und 70 Klafter Heu in den weissen Fluten verschwunden.


1922

Im Dezember bricht eine Lawine über Niederschlag-Käsern herein und tötet neun Kühe. 


1945

Der Winter ist schon fast vorbei, als am 8. März eine Staublawine vom Mattstock hinunterrollt und 15 Häuser zerstört. Ein Vater und sein 18-jähriger Sohn sterben. 


1954

Eine Staublawine zermalmt am Mittag des 11. Januar zwei Häuser. Am Abend folgt eine weitere Lawine und verschüttet zwei Männer, die jedoch lebend geborgen werden können. Acht Häuser sind nicht mehr bewohnbar, 13 weitere stark beschädigt.

Dank grosszügiger Unterstützung von Bund und Kanton werden Dutzende von Schneebrücken aus Eisen und Holz und ebenso viele Seilnetzwerke erstellt. Sommer für
Sommer ziehen Männer zur harten Arbeit am Mattstock. Wo kein Bannwald vor Lawinen schützt, musste künstlich nachgeholfen werden. 1954 wird die Mattstockverbauung einer ersten Prüfung unterzogen. Im Jahr 2001 präsentieren sich am Mattstock nahezu dreitausend Meter Verbauungen.


1972

Beunruhigt stellen die Ammler und Ammlerinnen fest, dass sich im Gebiet Schwarzberg-Schafbett der Fels lockert. Die Felsmasse wird auf eine halbe Million Kubikmeter geschätzt und beginnt mit 5 Zentimetern pro Jahr talwärts zu rutschen – Geschwindigkeit zunehmend. Nach entsprechenden Berichten in der Presse haben die Touristen Angst und bleiben Amden fern. 


1973

Die Gemeinde baut mit Hilfe des Militärs eine Notstrasse ins Toggenburg. Damit kann sie im Fall eines Bergsturzes die Versorgung der Einwohner sichern. 

Bild: 100 Jahre Tourisumus in Amden


1974

Weil der Schwarzberg immer weiter kippt, ist es ab Mitte Januar zu gefährlich, die Strasse zwischen Weesen und Amden zu befahren; sie wird gesperrt. Auch die Notverbindung ins Toggenburg ist zu – die Lawinengefahr ist zu gross. Amden ist von der Umwelt abgeschnitten. Helikopter versorgen die Gemeinde mit allem Nötigen.

In der Nacht auf den 21. Januar werden die Befürchtungen wahr: 50’000 Kubikmeter Gestein und Geröll poltern den Schwarzberg hinunter, weitere 40’000 Kubikmeter werden gesprengt. Die Strasse ist glücklicherweise nur leicht beschädigt. Ab Mitte Februar ist sie wieder frei für den Verkehr.

Bild: 100 Jahre Tourisumus in Amden


1981

Amden weiht zwei Galerien ein, welche die Amdenerstrasse vor Steinschlag schützen.

Bilder: 100 Jahre Tourisumus in Amden


1995

Am 12. Januar um 17 Uhr löst sich rechts neben einer Verbauung am Mattstock eine Lawine, reisst Geröll und Äste mit sich, die fast bis zum Dorfteil Tobel mitgetragen werden. Die Strassen sind für Fahrzeuge nicht mehr passierbar, weshalb zahlreiche Schüler und Schülerinnen zu Fuss heimlaufen. Zwei Kinder werden kurzzeitig vermisst, tauchen später aber wieder auf. Glück im Unglück hat auch ein Bauer: Seine Scheune bricht über ihm zusammen, doch er überlebt. 


2014

Zwischen Weesen und dem Ortsteil Betlis kommt es regelmässig zu Steinschlägen und Felsstürzen. Tafeln warnen vor Steinschlag. 

Bild: Südostschweiz


2017

Eine Frau wird auf der Betliserstrasse von einem Stein am Kopf getroffen und schwer verletzt.  


2018

Am Samstag, 19. Mai, löst sich um 00.30 Uhr in der Südwand über dem ehemaligen Steinbruch Schnür am Walensee ein Felsstück von etwa 30 Metern Höhe und Breite sowie 5 Metern Tiefe. Der Felssturz ­zerstört ein 100 Meter langes Waldstück am Fuss der Wand. Weil Nachstürze oder Murgänge möglich sind, bleibt der Wanderweg nach Quinten ab Seeren vorerst gesperrt.

Bild: Impergeologie AG


2019

Geröll im Umfang von zwei Kehricht-Containern bricht aus einer Felswand oberhalb der Betliserstrasse. Eine fünfköpfige Familie kommt mit dem Schrecken davon. Auf der Amdenerstrasse werden wiederholt Autos von Steinen getroffen. Die Gemeinde installiert weitere Steinschlagfangnetze.